Blog-Neulinge sind gebeten, bis ganz zum Schluss zu lesen, vielleicht hilft das dem einen oder anderen…
Zunaechst aber etwas fuer alle: Wenn das so weiter geht, kennt mich nach 7 Wochen Cuba keiner mehr zu Hause. Einen Rettungsring trage ich jedenfalls bereits mit mir herum, hier zur Erklaerung 2 der heutigen Menus.
Morgenessen: Fruchtsaft, Wasser, Kaffee, Industriebrot, Butter, Mango-Konfi, Kaese, Wurst, Yoghurt, eine kleine Banane, Toronja (eine Art Grapefruit).
Mittagessen, alles gleichzeitig aufgetischt: Suppe (mit garbanzes, etwas Fleisch, Bohnen etc., sehr gehaltvoll), fritierte Bananenscheiben, Salat (Rueebli, Tomaten, Zwiebeln, Gurken, Pimiento, wuerde eigentlich schon reichen), Reis mit Zwiebeln und wieder etwas Fleisch, gebratener Schinken mit Zwiebeln und Papas =
Kartoffeln, als Dessert in Zuckersirup eingelegte Scheiben Toronja, Wasser, Mangosaft, Kaffee.
Das schreibt sich jetzt so leicht, ist es realiter aber gar nicht. Weder fuer mich noch fuer Silvia, die die Zutaten ja nicht nur kochen, sondern vorher noch beschaffen musste. Und dazu musste sie mit Sicherheit mehr als nur einmal anstehen, in einer Schlange, einer cola eben. Das ist da, wo man als neu Hinzukommender fragt: ¿Quién es el último? Gell, Antoinette, den Ausdruck kennst du? Womit wir beim 2. Thema waeren.
Colas sehe ich jeden Tag. Nicht in den CUC-Laeden und Restaurants, dafuer ueberall dort, wo die Cubaner einkaufen, mit pesos cubanos. Also im lokalen mercado, an der feria, im Dispensario, bei jedem Glace-Stand, bei der Bushaltestelle, einfach ueberall und immer. Geduldig und diszipliniert. Wehe, es will sich eineR vordraengen. Vor der Heladeria Coppelia sind die Extreme zu sehen: Touristen marschieren einfach rein, sie haben reservierte Plaetze. Die Cubanos warten in langen colas, immerhin am Schatten, schwatzen und flirten und warten…
Am 30. April habe auch ich die cola hautnah kennengelernt, ebenso Relikte realsozialistischer Unfreundlichkeit. Ich will Geld wechseln, um Gloria fuer die 1. Woche bezahlen zu koennen. Auf zur naechsten Bank, an der Linea. 2 lange Schlangen, vermutlich weil heute Monatsletzter ist, da haette ich vorher dran denken koennen. Natuerlich stehe ich erst am falschen Ort an, dort wo nur moneda nacional kursiert. Ich merks noch rechtzeitig, frage nach wo ich Traveller Cheques einloesen koenne und werde umdirigiert. Nach 10 Minuten in der neuen Schlange fragt mich eine Angestellte nach meinem Begehr und bescheidet trocken, dass ich hier keine Checks einloesen koenne. Dazu muesse ich mich zum Banco financiero intrnacional bemuehen, esq 1ra y B. Dann also weiter. Die Adresse stimmt (nicht selbstverstaendlich), allerdings ist von aussen keine Bank erkennbar. Immerhin auch hier eine kleine cola von Leuten mit Checks und so in den Haenden. Ich reihe mich ein, draussen, weil man hier nur einzeln vorgelassen wird. Und als ich an der Reihe bin bzw. waere, wird mir beschieden, dass die Bank jetzt schliesse, ich solle doch am Mittwoch wieder kommen. Ob ich mir das schadenfreudige Grinsen nur einbilde?
Und hier noch der Tipp zur Funktionsweise von Kommentaren - fuer Blog-Novizen: Wenn du einen Kommentar schreibst und abschickst, siehst du den ab sofort und bis auf Weiteres nicht mehr. Er ist aber nicht etwa im Datennirwana gelandet, sondern bei mir. Ich kann den lesen und entscheiden, was damit passieren soll. Normalerweise gebe ich den frei, damit wird er ab sofort und fuer alle unter den Kommentaren sichtbar. Sollte er Unziemliches (Spam, Rassistisches, Obszoenes, allzu Persoenliches etc.) enthalten, wuerde ich ihn halt dem Papierkorb uebergeben. Anderweitig bearbeitet wird er von mir nicht. Klar?